5 Dinge über Melanie
– die du vermutlich noch nicht weißt


Ich habe erst mit 20 angefangen zu Tanzen. Meine Eltern kamen aus einem ländlichen Arbeitermilieu. Tänzerische Früherziehung, Ballettunterricht oder klassischer Paartanz in der Pubertät waren für sie keine Themen. Und für mich auch nicht. Ich war nicht umgeben von Freundinnen, die mich hätten für Tanz begeistern können.
Im Nachhinein finde ich das gar nicht schlecht: Ich bin sehr offen und ohne eine Idee, wie Tanz oder Tanzunterricht auszusehen haben sollte, im Bauchtanzkurs gelandet. Ich verglich nicht, ich fiel nicht in alte Tanzmuster. Ich sog einfach alles wie ein Schwamm auf (das tue ich noch heute).

In der orientalischen Tanzszene haben wir ein breites Spektrum an AnbieterInnen: Menschen, die ehrenamtlich einen Kurs im örtlichen Sportverein geben, VHS-DozentInnen, Wettbewerbs- und FestivaltänzerInnen, nebenberufliche TanzschulinhaberInnen und und und. Häufig werden diese Aktivitäten nebenberuflich betrieben, das Haupteinkommen (sofern die Tätigkeit im Bereich Bauchtanz überhaupt einen Gewinn abwirft) wird an anderer Stelle verdient. Für viele ist Orientalischer Tanz – auch das Auftreten und Unterrichten – ein Hobby.
Ich betreibe die Tanzschule hauptberuflich. Ich sehe mich als Unternehmerin mit allem Risiko und aller Verantwortung, die dahintersteckt. Deshalb fallen viele meiner Entscheidungen anders aus, als sie Hobby- oder nebenberufliche KollegInnen vielleicht treffen würden.
Die 100%ige Selbstständigkeit hat mich und mein Leben ganz sicher verändert. Überwiegend positiv.

Ja, ich habe mal studiert und sogar in einem anderen Beruf gearbeitet.
Von Haus aus bin ich Diplom-Landschaftsökologin. Tschernobyl, Ölkatastrophen und jede Menge Literatur über Pelztierfarmen haben mich in jungen Jahren geprägt. Ich wollte helfen.
Leider interessierte das kaum jemanden und so war es schwer, nach dem Studium einen Job zu finden. Über einen Aushilfsjob landete ich in einer Pathologie. Über eine Weiterbildung übernahm ich dort die Position der Qualitätsmanagementbeauftragen. Bis die Tanzschule kam ;).

Ich habe schon immer lieber unterrichtet, als selbst auf der Bühne zu stehen.
Ja, Applaus ist schön. Aber eben nur ein kurzer Energiekick. Eine kurze Begegnug.
Durch Unterrichten hingegen kann ich Frauen langfristig begleiten. Ich kann Dinge verändern. Mich an der Entwicklung erfreuen.
Das gibt mir so viel mehr als ein kurzer Auftritt vor fremdem Publikum, dass ich danach nie wieder sehe.

Und zum Schluss etwas, worauf ich sehr stolz und wofür ich sehr dankbar bin:
Ich bin in zwei renommierten Ausbildungen für Orientalischen Tanz in Deutschland tätig: der BATO-Ausbildung des Bundesverbandes Orientalischer Tanz sowie der Trainer-C Ausbildung Orientalischer Tanz im Deutschen Tanzsportverband.
Diese Anerkennung verdanke ich Frauen und Mentorinnen, die an mich geglaubt und mich unterstützt haben. Diese Frauen sind große Vorbilder für mich und haben mich dazu inspiriert, auf gleiche Weise andere Frauen zu unterstützen.
Danke!
